Das südwestliche Umland von Brno

Nur wenige Kilometer südwestlich von Brno erstreckt sich eine Landschaft mit bewegter Vergangenheit, die nur darauf wartet, besucht und entdeckt zu werden. Auf ihre Kosten kommen hier garantiert alle, die sich für Denkmäler der Technikgeschichte oder auch für historische Architektur interessieren. Ebenso reizvoll ist der Landstrich aber auch für all jene, die nach einer Naturlandschaft mit romantischen Winkeln suchen. Das Land südwestlich von Brno hat kurz gesagt mehr zu bieten als nur Muchas „Slawisches Epos“ im Schloß von Moravský Krumlov.

Wer es vor allem auf Baudenkmäler abgesehen hat, findet in dieser kleinflächigen Region ein buntes Mosaik an architektonischen Stilen und einige wirklich herausragende Bauwerke. Die Epoche der Romanik wird vor allem durch die einzigartige Kirche St. Peter und Paul in Řeznovice, aber auch durch die Kirchen von Lukovany und Březník verkörpert. Ein Kleinod gotischer Architektur ist die Klosterruine Rosa Coeli in Dolní Kounice unmittelbar zu Füßen des Barockschlosses, das ebenso einen Besuch wert ist wie die Schlösser in Rosice, Oslavany, Náměšť nad Oslavou oder Moravský Krumlov, die allesamt durch den Umbau ursprünglicher Burgen entstanden sind. Vielen weiteren Burgen war dagegen keine glanzvolle Zukunft mehr beschert, und so thronen sie heute als romantisch anmutende Mauerreste auf schwer zugänglichen Felsnasen über den tief eingeschnittenen Tälern der Flüsse Chvojnice, Oslava, Jihlava oder Rokytná.

Liebhaber der modernen Industriegeschichte werden sich von den Exponaten des Industriebahnmuseums in Zbýšov oder des Bergbaumuseums im Schloß Oslavany nicht losreißen können. Bewunderer des industriellen Fortschritts und der modernen Energieerzeugung sollten sich dagegen eine Exkursion zum Wasserkraftwerk Dalešice direkt im Innern des Staudamms der gleichnamigen Talsperre nicht entgehen lassen.

Auch echte Spezialisten finden in dieser vielfältigen Region Ziele ganz nach ihrem Geschmack, so etwa das Imker-Freilichtmuseum in Rosice oder den Ehrensaal des Malers Alfons Mucha in seinem Geburtsort Ivančice. Muchas monumentaler Gemäldezyklus des „Slawischen Epos“ hängt dagegen im Schloß von Moravský Krumlov. Und als Krönung der kulturellen Genüsse unserer Region mag wohl so mancher eine erfrischende Halbe in der Brauereigaststätte der Kleinbrauerei im Schloß Oslavany betrachten.

Mit der Grubenlampe zu den Bergwichteln

Die schönen Wälder und die wellige Landschaft erinnern in keiner Weise mehr an die Bergbautätigkeit früherer Jahrhunderte. Einzig die zwei Fördertürme Simson und Jindřich II lassen die ruhmreiche Zeit des Bergbaus noch erahnen und bilden interessante und fotogene Orientierungspunkte in der Landschaft. Gerade hier, zwischen Rosice und Oslavany, erstreckte sich das kleinste Steinkohlerevier unseres Landes mit den tiefsten Schächten Mitteleuropas, die bis 1,5 km unter den Erdboden reichten! Wer an der Suche nach verborgenen „Schätzen“ Spaß findet, kann die geheimnisvollen, versteckten Relikte der einstigen Bergbautätigkeit etwa auf der empfohlenen Route rund um Zbýšov selbst entdecken.

Die Anfänge des Kohlebergbaus in Oslavany reichen bis in die Zeit vor 1755 zurück. Im nördlichen Teil des Reviers wurde die Förderung nur wenige Jahre später aufgenommen, doch ihren großen Aufschwung erlebten die Gruben um Rosice und Oslavany erst im 19. Jahrhundert. Der Abbau wurde erst 1991 eingestellt. In anschaulicher Weise dargestellt wird die Geschichte des Kohlebergbaus im Museum für Bergbau und Energetik im Schloß von Oslavany.

Auf dem Gebiet des einstigen Steinkohlereviers ist eine Mikroregion entstanden, die in ihrem Logo wie in ihrem Namen eine Grubenlampe (tschechisch „kahan“) trägt. Sie vereinigt die Städte und Gemeinden Babice u Rosic, Kratochvilka, Lukovany, Ostrovačice, Příbram, Rosice, Říčany, Újezd u Rosic, Vysoké Popovice, Zakřany, Zastávka und Zbýšov. Die genannten Orte haben für Sie diesen Führer zusammengestellt, der Ihnen dabei helfen soll, die Relikte des Bergbaus ebenso wie andere Baudenkmäler und Naturschönheiten in der Mikroregion Kahan und im südwestlichen Umland von Brno aufzuspüren. Auf Ihren Reisen werden die hiesigen Bergwichtel ihre schützende Hand über Sie halten. Wir wünschen Ihnen dazu gutes Wetter und Glück auf!